Zwei große Traditionen in Bangkok
Der thailändische Buddhismus lehrt Meditation nach mehreren Methoden. Zwei begegnen einem in Bangkok:
- Vipassana („klares Sehen"): Man beobachtet Atem, Körper und Empfindungen und wechselt zwischen Sitz- und Gehmeditation. Es ist die gängigste Methode für ausländische Anfänger.
- Dhammakaya, entstanden im Wat Paknam: Man richtet die Aufmerksamkeit auf eine leuchtende Kugel, die man sich in der Körpermitte vorstellt. Diese Methode lehrte Luang Pu Sodh, von 1916 bis 1959 Abt des Tempels.
Wat Mahathat: das Zentrum für Ausländer
Das Wat Mahathat (3 Maha Rat Road, nahe dem Großen Palast) beherbergt in seiner „Sektion 5" ein Vipassana-Meditationszentrum, das Ausländern offensteht. Laut mehreren aktuellen Reiseführern:
- Mönche leiten dreistündige Sitzungen auf Englisch mit Sitz- und Gehmeditation; genannt werden Termine am Morgen, am Nachmittag und am Abend, die je nach Quelle abweichen.
- Die Teilnahme ist kostenlos; man hinterlässt eine Spende.
- Für Retreats mit Übernachtung (laut manchen Seiten etwa drei Tage) trägt man Weiß und folgt einem strengen Tagesablauf mit Wecken um 4:30 Uhr.
Da die Zeiten wechseln, fragen Sie vor Ort nach der Sitzung des Tages. Den Tempel erreicht man mit dem Expressboot bis zum Anleger Tha Chang oder Tha Maharaj oder mit der MRT bis Sanam Chai und weiter per Taxi.
Wat Paknam: die Dhammakaya-Methode
Das Wat Paknam auf der Thonburi-Seite ist der Ursprung der Dhammakaya-Meditation. Besucher kommen vor allem wegen des großen Chedi und der andächtigen Atmosphäre; wer an einer Unterweisung teilnehmen möchte, erkundigt sich beim Tempel (Kurse auf Englisch gibt es dort nicht garantiert jeden Tag). Der große Tempel Wat Phra Dhammakaya in Pathum Thani, nördlich von Bangkok, ist der bekannteste dieser Tradition und kann vor Ort besichtigt werden (große Meditationshalle, Tram auf dem Gelände); Programme erfragen Sie direkt dort.
Wat Bowonniwet: der Sitz des Dhammayut-Ordens
Das Wat Bowonniwet ist der Tempel der Mönchskönige und der Sitz des Dhammayut-Ordens. Es ist kein Zentrum für Touristen, sondern ein aktives Kloster: Man kommt wegen der Atmosphäre, der Fresken und der Stimmung am späten Nachmittag. Wenn Sie sich ernsthaft für Meditation interessieren, ist es ein guter Ort, um eine Weile im Hof zu sitzen, ohne vorzugeben, einen Kurs zu besuchen.
Allein meditieren: ruhige Orte
- Wat Pho: Besuchen Sie ihn früh am Morgen, bevor die Gruppen eintreffen, um etwas Ruhe zu finden.
- Wat Saket und der Goldene Berg: der Gipfel gleich bei der Öffnung, vor dem Andrang.
- Lumphini-Park: Im Morgengrauen praktizieren die Einheimischen hier Qigong, Tai-Chi und gehen spazieren; der Park öffnet um 4:30 Uhr.
Längere Retreats
Wer über ein paar Stunden hinausgehen möchte: In Thailand gibt es zehntägige Retreats, oft außerhalb von Bangkok, mit völligem Schweigen und strengen Regeln. Sie müssen im Voraus online gebucht werden. Versuchen Sie sich nicht leichtfertig daran: Schweigen und Programm sind anspruchsvoll, und es ist besser, vorher schon eine kurze Sitzung ausprobiert zu haben.
Tipps für Anfänger
- Kleidung: Schultern und Knie bedeckt, weite Kleidung, bei Retreats oft weiß. Einzelheiten in unserem Guide zur Kleidung in Bangkoks Tempeln.
- Verhalten: Man zieht die Schuhe aus, richtet die Füße nie auf einen Buddha, und Frauen berühren einen Mönch nicht und reichen ihm nichts direkt. Siehe Etikette in Thailand.
- Dauer: Beginnen Sie mit einer dreistündigen Sitzung, nicht mit einem Retreat.
- Hitze: Kommen Sie früh und trinken Sie vor der Sitzung Wasser.
- Danach: eine Thai-Massage, um die Beine zu lockern.
Weiterführende Ideen
Meditation lässt sich gut mit den Tempeln rund um den Großen Palast verbinden: Lesen Sie unseren Guide zu Banglamphu und unsere Auswahl Bangkok in 2 Tagen.









